Eine Moschee der Zwietracht?

Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen

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Die Gründung der „Ibn-Rushd-Goethe-Moschee“ in Berlin hat mediale Wellen geschlagen, das war zu erwarten und ganz sicher auch geplant. Ich gehe davon aus, dass die „angehende Imamin“ und prominente Mitbegründerin der „Moschee“ (in Anführungszeichen, denn die Räumlichkeit erfüllt meines Wissens nicht die Voraussetzungen für eine Moschee) , Seyran Ates, sich auch durchaus bewusst war, dass diese Gründung mit persönlichen Gefahren für sie und ihre Mitstreiter einhergehen würde. Und auch wenn ich hier diese Gruppierung und ihre Aktivitäten kritisiere, sage ich doch gleich zu Anfang, dass ich jegliche Gewalt- oder Gewaltandrohungen gegen diese Personen, die Räumlichkeiten und ihre Besucher verurteile! Das ist erstens nicht die Art, wie wir als Muslime eine Auseinandersetzung führen sollten, zweitens befördert solches Verhalten genau das, was nach meiner Vermutung diese „Moschee“ bezwecken soll: Zwietracht und Unfrieden unter den Muslimen und zwischen Muslimen und der Mehrheit der Gesellschaft.

Ja – das ist meine Vermutung – über die wahren Motive, diese Gebetsräumlichkeit zu begründen, kann ich nur spekulieren.

Zu meinen Gründen, dieses zu glauben, komme ich noch. Aber als Erstes möchte ich aus der islamischen Geschichte erzählen, denn bei dem ganzen Aufstand rund um diesen Ort fiel mir dieser Vers aus dem heiligen Quran ein und die Geschichte drumherum – historisch betrachtet – das passt doch gut, denn das ist es doch, was die „liberalen“ Muslime verlangen – als ob das heilige Buch nicht schon immer in diesen Zusammenhängen erläutert wurde. Hier der Quranvers:

„Und diejenigen, die sich eine Moschee genommen haben, um (dem Islam) zu schaden und Unglauben zu verbreiten und unter den Gläubigen zu spalten und als Stützpunkt für Leute, die früher gegen Gott und Seinen Gesandten Krieg geführt haben und bestimmt schwören, dass sie es in bester Absicht getan haben: Aber Gott bezeugt, dass sie lügen!“ ( Heiliger Quran Sure 9: 107)

Aus einer Erläuterung zu diesem Vers aus dem heiligen Quran. Die Auslegung ist aus dem „Tafsir Noor“ (deutsch: „In Richtung Licht“) des prominenten Geistlichen Ayatollah Mohsin Qara’ati aus Iran:

Dieser Vers beinhaltet den Hinweis auf die Zarar- Moschee. Und zwar hatten die Heuchler, angeblich um Bedürftigen und Kranken zu helfen, gegenüber der Quba-Moschee noch eine andere Moschee gebaut, damit sie sich unter dem Deckmantel eines Moscheenbesuches dort versammeln konnten und diese Moschee ihr Stützpunkt wird. Kurz vor dem Tabuk-Gefecht luden sie den Propheten ein, in dieser Moschee das Gebet zu verrichten und die Moschee zu eröffnen. Aber da wurde dem Propheten Vers 107 der Sure At Tauba geoffenbart und somit erfuhr er von den schlechten Absichten der Heuchler. Er erfuhr, dass es ihnen nicht um gottesdienstliche Handlungen und das gemeinsame Gebet geht, sondern darum, von einem Stützpunkt aus für Spaltung und Zwietracht unter den Muslimen zu sorgen. Da gab der Prophet den Befehl diese Moschee zu zerstören und das Grundstück als Abfallhaufen zu benutzen.

Wir entnehmen dem Vers 107 der Sure 9:

Erstens: Heuchler und Feinde nutzen Moscheen und religiöse Motive aus, um gegen die wahre Religion vorzugehen. Deshalb sollte uns kein Ruf, der nur scheinbar im Namen des Islams und der Religion erschallt, in die Irre führen.

Zweitens: Die Vernichtung der Einheit in der islamischen Gemeinschaft und Zwietrachtstiftung in den Reihen der Muslime stehen mit dem Unglauben auf einer Stufe. Wenn eine Moschee zum Ausgangspunkt für Zwietracht unter den Muslimen wird, ist sie nicht besser als die Zarar-Moschee, welche die Heuchler zur Zeit des Propheten bauten, und muss zerstört werden.

Vorsichtshalber weise ich noch einmal darauf hin, dass es gegen den Islam ist, Gesetze zu brechen und Eigentum anderer Leute zu beschädigen! Wenn diese „Moschee“ zerstört werden soll, dann durch Argumentationen und nicht durch Tätlichkeiten!

Aber gebe ich doch erst einmal den Gründern dieser „Moschee“ eine Stimme! Was ist ihre offizielle Begründung dafür, diese Räumlichkeiten einzurichten? Seyran Ates sagte dazu z.B.:

Ich bin gläubige Muslimin, dennoch gab es bisher keine Moschee, in der ich meinen Glauben frei und selbstbestimmt praktizieren konnte. Der konservative Islam der allermeisten deutschen Moscheegemeinden ist mit meinen religiösen Überzeugungen nicht vereinbar. Mir geht es beim Moscheebesuch um die gemeinsame Begegnung aller Gläubigen mit Gott. Doch schon durch die vorherrschende Geschlechtertrennung fühle ich mich, zumal ich kein Kopftuch trage, diskriminiert: Vielerorts werden wir Frauen in einen separaten, lieblosen Raum verbannt. Außerdem stellen traditionelle Imame oft nicht die Liebe zu Gott und den Menschen in den Vordergrund, sondern betonen immerfort das Trennende: zwischen den Geschlechtern, zwischen den einzelnen Strömungen des Islams, zwischen „uns“ Muslimen und den „anderen“ – den vermeintlich Ungläubigen.

Lange Zeit habe ich nur davon geträumt, dass sich liberale Muslime zusammenfinden, um einen Islam zu leben, der die Demokratie ausdrücklich bejaht und eine gleichberechtigte Gemeinschaft der Gläubigen. Ich habe darauf gewartet, dass die passende Moschee eröffnet wird, von Menschen, die koranfester sind als ich. Irgendwann fühlte es sich an wie Warten auf Godot. Schließlich beschloss ich, meine Vision selbst zu realisieren.

Am Freitag, dem 16. Juni, eröffnen wir in Berlin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, weil wir den Islam von innen heraus reformieren wollen. Manche Muslime haben Probleme mit dem Wort Reform. Wir können auch gern von Erneuerung sprechen, wie es kürzlich der Sprecher der berühmten Al-Azhar-Universität in Kairo tat. Die neue Moschee in Berlin soll eine spirituelle Heimat sein vor allem für jene Frauen und Männer, die sich in traditionellen Moscheen nicht wohlfühlen und die sich nicht mehr vorschreiben lassen wollen, wie sie ihre Religion zu leben haben. Toleranz, Gewaltfreiheit und Geschlechtergerechtigkeit sollen im Vordergrund stehen.

Es steht mir weder zu, die innere Überzeugung von Frau Ates als Muslima in Frage zu stellen, noch kann ich mit Sicherheit sagen, ob sie hier ihre ehrliche Motivation schildert, oder ob sie zu den Heuchlern gehört, die die Religion benutzen, um den Islam zu bekämpfen, so wie es der Quran beschreibt! Allerdings kann ich meine Zweifel äußern. Und natürlich auch Zustimmung, dort wo ich mit ihr einer Meinung bin. Z.B. über die Abstellkammern, in die Muslimas in manchen Moscheen verdrängt werden, wo sie ihr Gebet zwischen Staubsauger und abgestellten Stühlen verrichten, während die Männer in einem schönen Gebetsraum mit weichen Teppichen beten dürfen. Das gibt es zweifellos noch immer, ich habe es, wenn auch sehr selten erlebt.

Allerdings: man mag über die Pflicht zum Tragen eines Kopftuchs (besser: islamische Kleidung, denn die besteht aus mehr als der Kopfbedeckung) unterschiedlicher Meinung sein – allerdings dass man aus Respekt in ein Gotteshaus in angemessene Kleidung geht, ist wohl nur unter einer winzigen Zahl von Muslimen umstritten. Die Mehrheit der Männer wird wohl nicht mal auf die Idee kommen in Shorts in die Moschee zu gehen, ebenso wenig wie eine Muslima nicht ihren Körper samt Kopf bedecken würde, wenn sie zum Gebet geht.

An dem Punkt ist es schon aus mit meinem Einverständnis mit Frau Ates.  Und was ich höchst befremdlich finde ist ihr Anspruch „den Islam reformieren“ zu wollen. Sie mag gläubig sein, eine im Islam gebildete Person ist sie nicht, auch wenn sie jetzt kürzlich angefangen hat, Arabisch zu lernen und vor hat (!), Islamwissenschaften zu studieren! Dass sie schon davon träumt „Imamin“ zu sein, zeugt für mich eher von Geltungssucht als von Frömmigkeit. Einer Gemeinde vorzubeten ist eine hohe Verantwortung und kein Privileg! Warum nicht erst einmal die eigene Religion kennen lernen, bevor man sich zur „Lutherin“ aufschwingt?

Frau Ates möchte „liberalen“ Muslimen einen Ort geben. Nun, „liberal“ ist bei mir kein positiv besetzter Begriff, ich denk dabei an die Partei mit den drei Pünktchen, für die „Liberalität“ bedeutet, einer zügellosen Geldgier die Bahn frei zu machen. Das meint Seyran Ates vermutlich nicht, sondern sie findet dass ihr Verständnis vom Islam, ich zitiere:

Ich glaube an den liebenden, barmherzigen Allah und das positive Vorbild Mohammeds. Die Moschee soll zeigen: Unsere Religion besteht nicht aus Hass.

in den vorhandenen Moscheen nicht verbreitet wird. Ich weiß nicht, welche Moscheen sie besucht hat: ich habe in keiner Moschee je etwas anderes gehört, als das was sie dort sagt! Ich kenne keine Moschee, wie sie sie beschreibt:

Außerdem stellen traditionelle Imame oft nicht die Liebe zu Gott und den Menschen in den Vordergrund, sondern betonen immerfort das Trennende: zwischen den Geschlechtern, zwischen den einzelnen Strömungen des Islams, zwischen „uns“ Muslimen und den „anderen“ – den vermeintlich Ungläubigen.

Und mit diesen Äußerungen fördert sie doch genau das, was sie kritisiert: die Spaltung der Muslime! Sie unterstellt, dass nur ihre „Art“ von Muslimen, solche die sich säkular und/oder liberal nennen, für die Demokratie, für Toleranz, Gewaltfreiheit und Geschlechtergerechtigkeit sind!

Das ist gelinde gesagt Unsinn! Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Gründer der „Ibn-Rushd-Goethe-Moschee“ das nicht wissen. Aber wir Muslime sollen nachsichtig sein mit unseren Geschwistern und immer das Beste von ihnen denken. Vielleicht meint Frau Ates, was sie sagt….allerdings muss man dann auch zitieren, wie sie über praktizierende Gläubige denkt:

Das Kopftuch ist die Flagge der Trennung der Geschlechter und der „Andersartigkeit“, sprich Minderwertigkeit der Frauen. Es teilt Mädchen und Frauen in gute und schlechte. Da hilft es auch nicht, wenn die Kopftuchträgerinnen immer wieder runter beten, Männer und Frauen seien vor Gott gleichwertig. Gleichwertig bedeutet eben nicht gleichberechtigt.

Ich will nicht zum tausendsten Mal erklären, wie umstritten das Kopftuch auch unter Muslimen und Musliminnen ist. Ich will nicht zum tausendsten Mal Suren zitieren und erklären, wozu das Kopftuch im 7. Jahrhundert diente. Und ich bin es leid, immer wieder zu erklären, dass das Kopftuch nicht aus Gottgefälligkeit, sondern dem Mann zum Gefallen getragen wird. Einer ganz besonderen Sorte von Männern. Männer, die ihre Triebe angeblich nicht kontrollieren können. Männer, die beim Anblick von weiblichem Haupthaar vom rechten Weg abkommen und sich nicht mehr auf das Gebet konzentrieren können. Sie sollen geschützt werden vor dem Sex-Appeal der ewigen Verführerinnen. Quelle

Frau Ates zieht hier im Blättchen der Islamhasserin Alice Schwarzer über Muslimas und Muslime her, die ihren Glauben praktizieren und spricht ihnen ihre Überzeugung ab, ja unterstellt ihnen, dass sie ihr Verhalten nicht auf Gott ausrichten, sondern nur anderen Menschen zu Gefallen handeln. Wie auch ihre „Schwester im Geiste“, Necla Kelek, verallgemeinert sie hier schlechte Erfahrungen, die sie selber gemacht hat. Sie urteilt – dabei ist sie doch Rechtsanwältin und nicht Richterin – über andere Menschen. Trotzdem: ich will gerade darum vorsichtig sein mit meiner Bewertung. Nur Gott kann ihre Motive beurteilen. Aber die Auswirkungen ihres Verhaltens, die kann ich darlegen.

Und was kommt heraus, bei diesem ganzen Gerede um einen kleinen Gebetsraum, in dem, wie in allen „echten“ Moscheen, jeder Gläubige willkommen ist? Ein Medienhype der alle demütigen Muslime, die nur Gott fürchten und deshalb sich auch nicht verstecken mit ihrer Überzeugung, als zurückgeblieben, demokratiefeindlich und womöglich dem Terrorismus nahestehend verunglimpft.  Als ob gläubige Menschen nicht sowieso schon mit vielen Schwierigkeiten in einer Gesellschaft kämpfen, die zunehmend vom Glauben an Gott abgebracht werden soll, egal ob man das auf jüdische, christliche oder muslimische Art tut! Wahrhaft Gläubige haben einen Gerechtigkeitssinn und wissen, dass das Leben mit dem Tod nicht endet, sondern dass sie Rechenschaft ablegen werden für ihre Taten, egal in welcher der großen Religionen.

Das macht sie widerspenstig gegenüber Unrecht, das auf dieser Welt geschieht und unbequem. Solche Menschen können Imperialisten und Kapitalisten nicht gebrauchen. Was dieses System will, sind stumpfsinnige Konsumenten und Arbeitskräfte, keine Persönlichkeiten die um ihren menschlichen Wert wissen und ihre Würde wahren wollen. Der Glaube an Gott macht die Menschen frei – wahrscheinlich muss man sie genau deshalb als unterdrückte, dumme und ungebildete Schafe verunglimpfen, weil ihre Freiheit womöglich ansteckend sein könnte?!

Übrigens habe ich persönlich noch keine Moschee erlebt, die irgend jemanden ausgrenzt, der dorthin kommt um  zu beten. Nicht mal bei den Salafisten, als ich mich mal „verirrt“ hatte, hat man mich rausgeworfen, als ich meinen Gebetsstein auspackte. Wir brauchen keine Moscheen für Homosexuelle, weil es im Gebet niemanden interessiert, mit wem der Gläubige schläft und weil uns die Sünden anderer erstmal nichts angehen, schon gar nicht wenn wir uns gerade im Gebet vor Gott demütigen und für unsere eigenen Sünden um Verzeihung bitten. Kein Muslim soll doch mit seinen Sünden hausieren gehen, wir gehen nicht in die Moschee und verkünden laut, was wir gerade alles Schlimmes getan haben – und zu den großen Sünden gehören auch im Islam unerlaubte sexuelle Handlungen. Damit brüstet sich niemand in der Moschee, sondern damit setzt sich ein jeder und eine jede  trotzdem Gläubige in  ihrem eigenen Gebet auseinander. Woher sollen also andere Betende in der Moschee wissen, was ein Mensch außerhalb anstellt?

Sicher gibt es was zu verbessern in den Moscheen. Und die von den „Liberalen“ so gescholtenen Dachverbände können sicher an der einen oder anderen Stelle ihre Gemeinden mehr unterstützen, sich in vielen Bereichen ihrer Tätigkeiten weiterzuentwickeln. Aber kundige Vorbeter hat jede Gemeinde. Da braucht sich niemand zum „Imam“ oder zur „Imamin“ aufschwingen, der oder die mal gerade das Gebet erlernt hat.

Ates´Mitstreiter, Abdel Hakim-Ourghi, kritisiert übrigens „Selfmade-Imame“. Als „echter“ Islamwissenschaftler hat er aber anscheinend keine Probleme mit seiner „Selfmade-Imamin“. Es wundert auch, dass jemand der doch den Islam studiert hat, nicht in der Lage ist, „Problemverse“ historisch einzuordnen und der eine sehr einseitige Auslegung verbreitet, indem er behauptet, dass der Islam zur Ermordung von Nichtmuslimen aufruft und Frauen benachteiligt. Selbst eine Laiin wie ich, ist in der Lage zu verstehen, in welchem Kontext solche Stellen zu verstehen sind – Ourghi anscheinend nicht. Und auch er behauptet von sich ein Muslim zu sein und will jetzt eine „Moschee“ gründen.

Ich denke, wissentlich oder unwissentlich werden hier Marionetten eingesetzt, die einen dem Zeitgeist konformen Islam verbreiten sollen. Aber Gott ist unabhängig von unseren menschlichen Verwirrungen und hat uns ein Buch und Vorbilder gegeben, die uns in allen Zeiten anleiten. Das heißt nicht, dass wir heute herumlaufen müssen wie vor 1400 Jahren und auf Kamelen reiten. Im Gegenteil, der Quran betont immer wieder, dass wir unseren Verstand benutzen und uns weiterentwickeln sollen. Haltlos einem Zeitgeist nachlaufen, der uns zu stupiden Konsumenten machen soll, ist aber keine Weiterentwicklung.

Interessant ist übrigens, dass einer der Gesellschafter (ja, richtiger Ausdruck, denn die Rechtsform ist eine gGmbH) der „Ibn-Rushd-Goethe-Moschee“,  Mimoun Azizi, sich von dem ganzen Verein losgesagt und ein Buch über seine Erfahrungen angekündigt hat. Ich bin gespannt.

Soweit für jetzt. Das Thema wird uns wohl noch länger beschäftigen. Wir haben ja auch keine wirklichen Probleme auf der Welt.

Hier noch eine Stellungnahme des höchsten schiitischen Gelehrten in Europa, Ayatollah Ramezani vom Islamischen Zentrum Hamburg, der sehr viel deutlichere Worte als ich sagen kann, da er sehr viel besser durchschaut, welchen Zweck diese „Moschee“ verfolgt.

Stellungnahme von Ayatollah Dr. Reza Ramezani zur Gründung der liberalen Moschee in Berlin

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Nach der Veröffentlichung der Nachricht über die Eröffnung einer „anderen“ neuen Moschee in der deutschen Hauptstadt Berlin hat der Vorsitzende der schiitischen Theologen und Wissenschaftler Europas, Ayatollah Dr. Reza Ramezani, bei der Preidigt zum Freitagsgebet in Hamburg Stellung bezogen. Wie die deutschen Medien berichten, gehört dieses Zentrum, die so genannte Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, den liberalen deutschen Muslimen. Das Freitagsgebet wird in dieser Moschee angeführt von einer Frau ohne die entsprechende islamische Bekleidung. In diesem Zentrum beten neben den Männern, Frauen ohne Kopfbedeckung. Auch Homosexuelle sind eingeladen, an den Zeremonien teilzunehmen. Die Verantwortlichen dieses Zentrums sagen, dass sie diesen Ort errichtet hätten, für alle Menschen, die sich in den anderen Zentren und Moscheen nicht sicher und wohl fühlen. Sie bezeichnen dies als eine Gegenbewegung zu den konservativen und extremistischen Muslimen.
Als Reaktion auf die Gründung dieser sogenannten Moschee verurteilte der Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg diese Bewegung und sagte: „Zu meinem Bedauern hat mich die verwunderliche Nachricht über die Gründung der „anderen, schädigenden Moschee“ im Herzen Europas erreicht. Obwohl es zunächst wie ein schlechter Witz zu Kosten der Heiligtümer aussah, brachte jedoch deren Widerhall in den Medien die bittere Wahrheit dieser Bewegung ans Licht. Wir bezeichnen diese fragwürdige Aktion als eine gemanagte Bewegung zur Verunglimpfung und Beleidigung des Islams, der Muslime und den Heiligtümern der Religionen. Diese machen sich über den Islam und der Scharia lustig. Wie kann jemand, der keine Bildung in den religiösen und islamischen Lehren und kein Studium an einem religiösen Zentrum oder theologischen Hochschule hatte, die religiösen Angelegenheiten übernehmen und ein Ort Moschee nennen, und dabei alles, was ihm gefällt, im Namen des Islams der Welt präsentieren. Es liegt klar auf der Hand, dass die Leiter dieser fragwürdigen Bewegung unreligiöse Ziele verfolgen. Leider haben auch andere Konfessionen ihre Unterstützung von der Gründung eines solchen Zentrums bekundet, was wiederum einem zu bedenken gibt, wie sie plötzlich die Unterstützung der Muslime zum Bau von Moscheen als ihre Pflicht bezeichnen.“
„Wir Muslime sind der Ansicht, dass die Moschee das Haus Gottes ist, und dass die Anwesenheit an diesem heiligen Ort, wie auch andere heilige Stätten, wie Kirchen oder Synagogen, seine besonderen Rituale hat, die auch eingehalten werden müssen. Daher verkünden wir, dass die Würde der Moschee eingehalten werden muss, und deren heillige Stellung nicht mit Devitationen und Verunglimpfungen besudelt werden dürfen. Imam Hassan Mojtaba sagt über die Eigenschaften derjenigen, die mit der Moschee in Verbindung sind: „Jeder, der regelmäßig zur Moschee geht, wird von folgenden Zeichen nutzen ziehen: 1. Aufrichtige Zeichen (Verständnis der göttlichen Zeichen), 2. Nützliche Freundschaften, 3. Neue Kenntnisse, 4. Erhoffte Segen, 5. Worte, die ihn auf den rechten Weg leiten, 6. Worte, die ihn vor Erniedrigungen bewahren, 7. Distanzierung von Sünden, aus Scham vor Gott, 8. Distanzierung von Sünden, aus Furcht vor Gott.““
An einer anderen Stelle seiner Rede sagte Ayatollah Dr. Reza Ramezani: „Wir haben des Öfteren in unseren Reden angekündigt, dass der Islam sowohl eine Religion der Logik, Spiritualität und Gerechtigkeit ist, als auch auf der Scharia basiert, deren endgültigen Verordnungen bis zum jüngsten Tag unabänderlich sind. Gemäß der Scharia steht das Pontifikat einer Frau für Männer und Frauen im Widerspruch zu den Verkündungen der schiitischen und sunnitischen Gelehrten, außerdem ist eine notwendige islamische Bekleidung während des Ritualgebets verpflichtend. Des Weiteren ist eine angemessene Bekeidung der mulimischen Frauen gegenüber fremden Blicken vorgeschrieben. Eine Frage, die hier auftaucht, ist, wie diese sogenannten „Muslime“ mit den Versen der Sure al-Noor über die islamische Bekleidung (Hijab) umgehen wollen? Aus welchen Lehren des geehrten Propheten haben sie ihre neuen Regeln für das Ritualgebet entnommen? Nach welcher Grundlage haben sie die Rituale zum Betreten einer Moschee geändert? Nach welchem göttlichen Gebot wird angekündigt, dass die Präsenz derjenigen, die praktisch unzüchtige Taten begehen, in dem Gebäude, das sie „Moschee“ nennen, erlaubt ist? Solche Aktionen sind im klaren Widerspruch zu den eindeutigen Versen des Qur’ans und der Tradition des Propheten. Obwohl die Feinde des Islams es gern sehen würden, dass die islamische Scharia – genauso wie die anderen Religionen, die aufgrund verschiedener Abwege ihre Mission verloren haben – durch solche Taten auf Abwegen gerät und dekadent wird, sollten sie wissen, dass die Gebote Gottes und die islamische Scharia nicht so leicht auf Abwege zu bringen ist. Es steht jedem natürlich frei, unter welchem Namen auch immer, ein Tempel zu errichten und ähnliche Taten und Rituale, wie die anderen Religionen, zu verrichten, doch es darf nicht im Namen des Islams Taten vollbracht werden, die im Widerspruch zum Islam stehen.“
Ayatollah Dr. Reza Ramezani sagte als Antwort darauf, dass diese Personen ein Ort zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus suchen: „Ist der Weg zur Bekämpfung von Extremismus die Entstellung des Islams und der Scharia des Propheten? Warum versucht ihr mit der Verunglimpfung der Heiligtümer und der göttlichen Gebote, die Gefühle der Muslime zu verletzten, anstatt die Handlanger der Verbreitung von Gewalt und Extremismus auf der Welt, die dann durch den Verkauf von Waffen enorme Profite erzielen, aufzuspüren? Wir verkünden hier ausdrücklich, dass die Türen der Moscheen für jeden aus jeder Religion und Konfession geöffnet sind. Jedoch müssen die Rituale und Traditionen, die in den Qur‘anversen und Überlieferungen verankert sind, respektiert und eingehalten werden. Diese fragwürdige Aktion, die unter keinen Umständen zu entschuldigen ist, ist eine Verunglimpfung der Heiligtümer der Religionen und steht im Widerspruch zu den Gebetsritualen des Islams. Die Muslime und insbesondere die religiösen Gelehrten müssen auf einer angemessenen und legitimen Weise ihren Einspruch zu dieser Aktion verkünden. Wir fordern den Koordinationsrat der Muslime (KRM), die Schiitische Gemeinschaft Deutschlands (IGS), die Islamischen Räte der Bundesländer, die islamischen Fakultäten, Islamwissenschaftler, Moscheen und deren Imame, und alle Brüder und Schwester auf, dieser Beleidigung nicht tatenlos zuzusehen und ihre Abneigung zu verkünden, damit dieser Schandfleck nicht auf den Namen der deutschen Muslime und deren Vertreter beruht.“

 

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Hier habe ich übrigens noch einen alten Beitrag über Seyran Ates recycelt: Braucht der Islam eine sexuelle Revolution

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