Auswandern: Bürokratie Teil 3 – in Deutschland

Ich hab´s getan: in Deutschland habe ich jetzt keine Wohnung mehr. Fühlt sich gerade ein wenig obdachlos an, aber das wird sich spätestens ändern, wenn ich wieder zu Hause in Side bin. Ein bisschen wehmütig bin ich schon, aber fühle mich auch entlastet. Denn auch wenn meine Bremer Wohnung untervermietet war, war ich doch dafür verantwortlich. Na, alles hat geklappt wie geplant mit dem Ausräumen, Sachen verkaufen oder verschenken und renovieren (mit Hilfe der Nachmieterin, die jetzt früher als geplant in die Wohnung kann). Morgen räume ich noch Kleinkram aus und bringe geliehenes Werkzeug zurück und übermorgen wird die Wohnung übergeben.

Sonnenuntergang aus meiner Bremer Wohnung betrachtet

Gestern hatte ich meinen Behördenmarathon: Angefangen morgens um 7 Uhr mit der Meldestelle, die mir obigen Vermerk in meinen Perso geklebt hat, weiter zur Rentenversicherung. Dort hab ich sehr lange gewartet und dann auch lange mit der Sachbearbeiterin an dem Vorgang gesessen, meine Rente auf „Auslandsrente“ umzustellen. Es kann bis zu drei Monate dauern, bis die Zahlung wieder regelmäßig läuft, meinte sie. Und warum ich nicht früher gekommen wäre. Nun: ich brauchte ja erst die Abmeldebestätigung von der Meldestelle, die gibt´s aber nicht so lange im voraus und außerdem war ich ja nicht im Lande. Ich hatte aber die Grundlagen schon geklärt.

Einen Abstecher zur Bank für eine Unterschrift musste ich noch machen, so wollte es die DRV. Und dann ging es zur Krankenkasse, den Auslandskrankenschein T/A 20 beantragen. Dort bediente mich eine sehr nette und bemühte Auszubildende, die mich trotz Rückfragen an höherer Stelle aber verwirrt hat, so dass ich abends noch eine E-mail an eine ihrer Kolleginnen schrieb, die mir im Dezember andere Auskünfte gab. Die hat sich heute auch zurückgemeldet und ihre Aussagen von damals bestätigt. Nun bin ich mal gespannt, ob die SGK in Manavgat auch den Krankenschein akzeptiert, denn auch da hatten wir schon mal mit Unklarheiten zu kämpfen. Mein Mann wird im April bei mir sein und mit mir hingehen.

Mit dem T/A 20 bin ich dann dauerhaft bei der türkischen SGK versichert und muss nicht wie bisher dauernd einen neuen Schein einreichen. Und – das war die Unklarheit, die beseitigt wurde: ich bin trotzdem mit der Karte meiner Krankenkasse in Deutschland versichert und kann hier alle Ärzte aufsuchen und auch Vorsorgeuntersuchungen machen lassen.

Auf meiner Liste stand dann gestern noch die Führerscheinstelle, ich hatte in meinem Führerschein noch einen alten Namen und dachte ich ändere das mal. Dort sagte man mir, dass ich eigentlich in der TR damit gar nicht auf Dauer fahren darf und den gegen einen türkischen umtauschen muss – wie auch immer, das ist ein Thema mit dem ich mich noch gar nicht beschäftigt habe. Ist nicht vordringlich, da ich kein Auto habe.

Ja das waren die bürokratischen Stationen gestern. Außerdem hab ich noch Arztbesuche auf dem Zettel, einen hab ich heute gehabt, einen morgen.

Abends hab ich meine Abmeldebestätigung noch an diverse Firmen geschickt: Bank, Versicherungen die ich gekündigt habe, GEZ, Telefongesellschaft, Bahncard gekündigt usw.

Was dieses Mal wohl liegen bleibt ist meine Steuererklärung, die hat Zeit bis ich im Juni wieder nach Deutschland komme. Das hab ich übrigens kürzlich auch mit dem Finanzamt geklärt: wohin schicke ich zukünftig meine Steuererklärung und wie rette ich meinen Grundfreibetrag und verhindere, dass mich Deutschland und die Türkei beide besteuern? Aber das hat man mir verraten und es ist für die Steuererklärungen 2018 und 2019 noch nicht relevant, weil ich ja bis jetzt noch in Bremen gemeldet war. Also muss ich mich damit im Jahr 2021 beschäftigen.

Sonnenuntergang in Side

Ja, als kleine Dreingabe dann hier noch den Vergleich meiner „Aussichten“ – man kann nicht alles haben und auch wenn ich meine Heimatstadt vermisse – in der Türkei geht es mir momentan sehr, sehr gut. Schon alleine dass meine Gesundheit sich so verbessert hat ist Grund genug, diese Lebensphase jetzt zu genießen. Denn ob das von Dauer ist, wage ich nicht zu sagen. In meinem Leben hat es schon so viele Umbrüche gegeben. Gelernt habe ich daraus, dass ich wenig an Besitztümern hänge und dass ich das genieße, was gerade dran ist. Ich bin Gott dankbar, für diese schöne Zeit, die ich jetzt in meinem Heim in Side erleben kann.

Ein Gedanke zu “Auswandern: Bürokratie Teil 3 – in Deutschland

  1. Liebe Marion, ich verfolge deinen Blog. Sehr interessant, aber natürlich auch mühsam mit den ganzen Behörden. Ich wünsche dir Erfolg bei allem und freue mich wieder von dir zu lesen. LG von deiner Namensvetterin Marion

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s