Ist Fasten ungesund?

Im Namen Gottes des Erbarmers, des Barmherzigen

Ein Beitrag mit dem ich im Monat Ramadan begonnen habe, zu dem ich aber noch Recherchen anstellen wollte. Bestimmt wird es immer noch neue Erkenntnisse geben, aber der Artikel soll mal als Einstieg in das Thema dienen.

Das Fasten im Monat Ramadan ist ja für uns Muslime Gottesdienst und eine religiöse Pflicht für diejenigen, die das entsprechende Alter der religiösen Reife erreicht haben und gesundheitlich dazu in der Lage sind. Gott als unser liebender Schöpfer wird uns keine Pflicht auferlegen, die unserer Gesundheit schadet, das ist mal klar. Natürlich ist es u.U. eine Herausforderung, einen langen Fastentag durchzuhalten, wenn man arbeiten muss oder zur Schule geht, studiert, sich um Angehörige kümmert und was sonst noch alles der normale Alltag mit sich bringt. Ein bisschen Anstrengung gehört dazu, es schadet auch nicht, Hunger und Durst überhaupt mal wieder zu fühlen. In unseren reichen Ländern kennen wir das ja kaum noch, jedes Bedürfnis kann bei den meisten Menschen sofort befriedigt werden.

Trotzdem gehen jedes Jahr zum Monat Ramadan die Diskussionen wieder los: das kann doch nicht gesund sein….Vor allem, dass zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang auch nichts getrunken wird, können die meisten Mitmenschen nicht verstehen und halten es für extrem ungesund.

Image by hbieser from Pixabay

Die gesundheitlichen Vorteile eines zeitweiligen Nahrungsverzichts haben sich inzwischen herumgesprochen, „Intervallfasten“ in verschiedenen Varianten ist inzwischen eine beliebte Ernährungsweise. Auch ich praktiziere an den meisten Tagen auch außerhalb des Monats Ramadan mindestens 16 Stunden Intervallfasten. Bei mir hat das eher den Grund, dass ich mich dann besser disziplinieren kann, da ich jemand bin, die sich ansonsten ständig irgendwas in den Mund steckt.

Man nimmt aber mit dem Intervallfasten nicht automatisch ab: es ist durchaus möglich, in einem Essensfenster von 4-8 Stunden täglich auch seinen Kalorienbedarf überschreiten.

Dass sich solche Essenspausen auf die Gesundheit auswirken, ist inzwischen ja wissenschaftlich belegt, Stichwort „Autophagie“, die Förderung der körpereigenen „Müllabfuhr“, für deren Erforschung der Japaner Yoshinori Ohsumi 2016 den Nobelpreis erhalten hat. Außerdem wird die Gedächtnisleistung gesteigert, auch auf Insulin reagiert der Körper wieder besser, was besonders gut für Menschen mit einem Risiko für Typ-2-Diabetes ist. Kurz und knapp bildlich dargestellt hier:

Heilfasten soll sich auch positiv auf rheumatische und neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose auswirken, selbst bei Krebserkrankungen empfehlen Naturheilkundler während Chemotherapien zu fasten (immer natürlich individuell zu betrachten!)

In diesem Video wird sehr ausführlich über verschiedene Formen, gesundheitliche Wirkungen und Risiken des Fastens, sowohl eines längerfristigen Heilfastens, als auch des Intervallfastens berichtet:

Bleibt die Frage: wie wirkt sich der Flüssigkeitsentzug aus?

Ich muss zugeben, dass ich dazu noch nicht wirklich Informationen finden konnte, war aber erstaunt, dass „Trockenfasten“, und zwar über weitaus längere Zeiträume als beim Fasten im Monat Ramadan, in der Yoga-Tradition seine Platz hat. Aber die Berichte dazu waren eher esoterisch und nicht brauchbar für mich. Bis auf eine kurze Bemerkung eines Arztes in einem Video, dass man das gerade erforscht und von positiven Auswirkungen überrascht ist, habe ich noch nichts gefunden. Aber das werde ich auf dem Schirm behalten.

Es gibt übrigens in allen Religionen Fastentraditionen, hier findet sich dazu ein kleiner Überblick.

Die Homepage der Ärztegesellschaft Heilfasten & Ernährung e.V. bietet auch einiges an Informationen.

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