Sonntagsausflug: Goldwiegehöhle, Knopfhäuser und Seidenstraße

Merhaba, da bin ich wieder mit einem weiteren Bericht über einen der sonntäglichen Ausflüge, die ich hier die Gelegenheit habe, mitzumachen. Ich möchte vorweg noch mal erwähnen, dass es sich nicht um Ausflüge eines touristischen Veranstalters handelt, sondern dass ich die Gelegenheit nutze, mit dem Kultur- und Sportverein MADOKS ( hier ein paar Eindrücke spektakulärerer Aktivitäten als ich mitmache) zu reisen. Das ist dann jeweils eine Gruppe aus türkischen Mitgliedern, die auf ihren Restplätzen freundlicherweise Mitglieder des GEM-Dernek mitnehmen. Die Ausflugsziele werden aber oft auch von den touristischen Veranstaltern hier in Side und umzu angeboten, oder sind sehenswert, um sie auf eigene Faust zu erkunden.

Gestern ging es in das Dorf Sarihacılar, in der Nähe von Akseki, dann zum Mittagessen und einer weiteren Dorfführung nach Ormana und dann in die „Goldwiegehöhle“ die ein bekanntes Ausflugsziel aller Veranstalter hier ist.

Sarihacılar ist ein 800-900 Jahre altes Dörfchen, an der alten Seidenstraße gelegen, mit beeindruckenden Aussichten und vielen, mehr oder weniger gut erhaltenen Knopfhäusern (einer traditionellen Bauweise, erinnert mich an unser Fachwerk) und einer alten Moschee. Wir bekamen eine Führung von einem jungen Nachwuchs-Fremdenführer, der das sehr gut und ausführlich gemacht hat. Da es sich wie gesagt, um keinen Touristenausflug handelt, bin ich froh, wenn ich 10% von dem Erzählten verstehe.

Man kann aber kaum anders, also die Phantasie spielen zu lassen, wie es wohl gewesen sein mag, auf der Seidenstraße zu reisen (und wie es auch gewesen sein mag, diese überhaupt mit den damaligen Mitteln anzulegen, denn jedenfalls dort vor Ort ist sie mit Feldsteinen gepflastert.

Hier einige meiner Bilder aus Sarihacılar :

Hier ein paar Eindrücke von der Moschee:

Und hier von den Häusern und der Umgebung:

In Ormana haben wir gut zu Mittag gespeist und dann auch noch eine ausgiebige Führung mit vielen Informationen über die Bau- und Lebensweise in der osmanischen Zeit erhalten:

Anschließend ging es dann in die „Goldwiegehöhle“ (Altın Besik Mağarası). Die Straße dorthin wurde gerade ausgebaut, ist aber immer noch abenteuerlich zu fahren. Das Spannende an der Höhle ist, dass man den Höhlensee mit einem Schlauchboot befährt, aber leider fahren die Boote nur noch 150 m hinein, so dass man die spektakulärsten Teile der Tropfsteinhöhle gar nicht mehr zu Gesicht bekommt, das sollte man wissen. Es gibt dort eine einsturzgefährdete natürliche Brücke, unter der es zu gefährlich ist, hindurchzufahren.

Soweit für heute, ich hoffe Ihr habt einen kleinen Eindruck von der Gegend bekommen und Lust, sie ebenfalls zu erkunden!

Kirschen naschen in Burmahan

Heute habe ich an einem Ausflug nach Burmahan teilgenommen, das ist ein sehr ursprüngliches Dorf im Landkreis Manavgat. Dort gibt es viele Kirschbäume und Kirschen und Forellen essen war auch der Reisezweck. Ich bin gegen erstere allergisch und mag letztere nicht so gerne, aber mich locken ja immer Ausflugsziele abseits der sehr bekannten touristischen Pfade. Wobei ich gegen touristische Ziele auch nichts habe, aber ich freue mich auch immer über Gelegenheiten, mal etwas Anderes zu sehen.

Die Anreise war etwas abenteuerlich und staubig, unser Bus war etwas überfordert und für die Rückfahrt wurde dann auch Ersatz besorgt. Es ging durch wirklich wildromantische Landschaften über unbefestigte Serpentinen ins Dörfchen Burmahan – dort war die Kirschernte in vollem Gange und die meisten Bäume schon abgeerntet. Dann weiter zu einem Fischlokal, in dem es frische Forellen gab. Noch ein kleiner Gang durch den dazugehörigen Kirschgarten und dann vollbepackt (wer wollte) mit Kirschen wieder zurück. Hier sind meine Bilder vom heutigen Tag:

Hier könnt Ihr auf der Facebook-Seite von Ayhan Rüzgar, noch viel mehr Fotos von diesem Ausflug finden.

Das Fischrestaurant heißt BURMAHAN Yılmaz Alabalık Çiftliği ve RESTAURANT/MANAVGAT und so könnt Ihr es auch bei Google-maps finden.

Elhamdülillah,Bayram!

Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen!

Da ist er, der Neumond von Schawwal!

Der Neumond des 10. Monats im islamischen Kalender wurde gesichtet und somit ist nun, wie ich schon vermutet hatte, heute auch „Bayram“ (Feiertag) für mich gewesen. Elhamdülillah (türkische Version von „Alhamdulillah – Gott sei Dank, alles Lob gebührt Allah)

Da ich hier in der Türkei keine Familie habe und auch bislang keine Gemeinde, mit der ich den Tag verbringen könnte (ich habe ja erst letzte Woche ein paar schiitische Schwestern kennen gelernt, aber die sind in Antalya, was für mich ja auch eine mehrstündige Anreise bedeutet) habe ich den Tag mit einer Freundin am Strand verbracht. Ein paar Eindrücke gibt es hier (nur Handybilder, ich wollte die Kamera da nicht einem ganzen sandigen Tag aussetzen, 🙂 ). Heute waren auch viele türkische Familien am Strand, hier sind ja insgesamt 9 Tage Feiertagsferien ausgerufen worden, die viele auch zu einer Reise nutzen. Natürlich muss all das Hotel- und Servicepersonal arbeiten.

Wir waren in unserem bevorzugten „Beach-Club“, der „Coppa Beach“ in Side-Kumköy. Viele Strandabschnitte sind ja von den große Hotels belegt, aber es gibt einige freie Strände, oder auch kommunale, bei denen man für wenig Geld einen Liegestuhl mieten kann, oder einen umsonst bekommt, wenn man etwas verzehrt. Ich hab normalerweise nur 10 Min. Fussweg zum Strand, aber zum heutigen Ziel muss ich ca. 3 km laufen, oder den Bus nehmen. Ich gehe aber gerne am Wasser entlang dorthin. Heute habe ich es mal richtig krachen lassen…Kaffee, Wasser, Softdrink, Pizza…..für 60 türkische Lira, macht nach heutigem Kurs 9,31€ plus Trinkgeld. Das kann man sich zum Festtag auch als Frührentnerin mal leisten. Und dieser Beach-Club gehört zu den teureren.

Liegestuhlperspektive
plitsch,platsch, an der Wasserkante wieder nach Hause..

Gut gelaunte Festtagsgrüße an die Welt!

Herumstromern in: Side

Side, meine neue Heimat, hat eine bewegte Geschichte. Hethiter, Perser, Griechen, Römer, diverse Piraten, Araber und die Byzantiner besuchten, besetzten und besiedelten die heutige Altstadt auf der Halbinsel, die jetzt zwischen den touristischen Hotelzentren liegt. Vor ca. 6000 Jahren (darüber gibt es sehr unterschiedliche Angaben) bis ca. 1200 n.Chr. soll hier eine wichtige Hafenstadt (u.a. mit Sklavenmarkt) gewesen sein, die dann durch ein Erdbeben zerstört wurde. Erst um 1900 herum begann wieder eine Besiedlung durch Türken, die von der griechischen Insel Kreta vertrieben wurden. Ein kretisches Kulturhaus erzählt davon, aber das hab ich noch nicht besucht, das folgt inschaAllah ein anderes Mal.

Das war ein sehr gekürzter Überblick über die Geschichte von Side, es gibt viele Seiten die detaillierter Berichten, da brauche ich das nicht wiederholen. Mich hat schon bei meinem ersten Besuch hier, Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, die Atmosphäre fasziniert. In Side spaziert man einfach so zwischen den Hinterlassenschaften der Kulturen herum. Für manche ist das nur eine Menge langweiliger alter Steine. Ich allerdings liebe es, einfach nur so herumzustrolchen und mir vorzustellen, wer hier wohl alles schon so gelebt hat und die gleichen Wege gegangen ist.

So habe ich mir heute – „der Mai ist gekommen“ – einen ausgiebigen Frühlingsspaziergang mit Touristenaugen durch das antike Side gegönnt, einschließlich Museumsbesuch. Nächste Woche beginnt ja der Fastenmonat Ramadan, oder Ramazan, wie er hier genannt wird. Wie ich mich kenne, hab ich dann keine Energie tagsüber in der Wärme viel zu unternehmen (ob das abends nach dem Fastenbrechen anders ist, sei mal dahingestellt). Nicht zu essen fällt mir nicht so schwer, ich mache sowieso meistens „intermittierendes Fasten“, aber normalerweise trinke ich natürlich dann. Egal, Schluss mit der Vorrede, ich will ja nur ein paar Eindrücke teilen.

Los geht es von mir zu Hause an an die Strandpromenade, das sind ca. zehn Minuten Fussweg. Und dann einfach die Promenade, oder unten am Wasser entlang Richtung Side. Das ist mein fast täglicher Spazierweg, bis in die Altstadt habe ich ungefähr 3 km zu gehen.

Und dann ist man auch schon fast beim Museum von Side, das liegt in der Nähe des antiken Theaters. Mit meiner kürzlich in Alanya erworbenen Müze-Card kann ich da jetzt so oft hinein wie ich möchte. Die hat 70 TRY gekostet, also ca. 11 € und gilt ein Jahr für viele staatliche Museen. Ich denke, ich werde schon alleine wegen der Aussicht öfters mal in das Museum gehen und einfach nur da in Ruhe sitzen.

In den Ausstellungsräumen finden sich Alltags- und Schmuckgegenstände der verschiedenen Epochen, und viele Skulpturen. Hier stehen „Götter“, „Halbgötter“ (ich sollte vielleicht lieber „Götzen“ schreiben, aber ich denke es ist bekannt, dass ich Monotheistin bin und an die doch allzu menschlichen griechischen und römischen „Götter“ nicht glaube), Kaiser, Soldaten und ganz normale Menschen einträchtig und mehr oder weniger gut erhalten beieinander. Sogar zwei Sphinxen sind mir begegnet.

Diese kleinen Vasen könnten mir durchaus für meine Wohnung gefallen. Unglaublich, dass die tausend Jahre oder älter sind…

Solch eine detailgenaue Arbeit finde ich faszinierend. Und wie steht wohl dieses Paar zueinander? Was mögen sie zu besprechen haben? Sie schaut ein wenig sorgenvoll, finde ich…

Leider kann ich die Schrift nicht lesen, sonst wüsste ich, was die beiden Herren da gerade per Handschlag vereinbaren. Aber so kann ich mir eine Geschichte ausdenken, auch schön.

Gestatten, Herakles. Ein Bild von einem Mann, etwas mitgenommen ist er.

Ein Imperator, soweit ich mich erinnere und eine der Sphinxen.

Drei Herren und schau an: einfach eine Frau, ganz ohne ihr zugeschriebene göttliche Eigenschaften.

Und schon geht´s wieder raus aus dem Museum und kreuz und quer durch die Ruinen.

Ein Krankenhaus aus byzantinischer Zeit…mein Krankenschwesternherz fühlt sich angesprochen und denkt sich Geschichten aus.

Das antike Theater von Side und – nein, das ist keine Mohnblume, :-). Sehr hübsch, aber macht eigentlich keiner mehr so ganz normale Fotos? Überall posieren die Leute, als ob sie zeigen wollten, was sie in ihrem Wochenend-Model-Lehrgang gelernt haben. Ist das eine Krankheit des Instagram-Zeitalters?

Und schon wieder am Meer und in der touristischen Zone angekommen:

Auf oder neben diesem Schiffchen im Hafen von Side kann man übrigens lecker Fisch essen. Das „Balık-Ekmek“ aktuell für 20 TRY. Dafür esse ich zwar in meinem Lieblingsimbiss in Manavgat fast ein ganzes Menü, aber die Atmosphäre hier hat ja was. Und dann kann man ja in dem kleinen „Girit Kahvesi“, also dem „kretischen“ Cafe, das von der Gemeinde betrieben wird, sehr, sehr günstig einen Çay trinken. 3 TRY hab ich heute für einen Tee samt Keks und ein Wasser bezahlt. Teşekkür ederim, Manavgat Belediyesi!

So sah es heute auf der „Hauptstraße“ in der Altstadt aus. Im Sommer ist hier ja kaum ein Durchkommen. Ich mag diese Zeit jetzt, wenn die Saison so langsam losgeht, es aber noch nicht überfüllt ist.

Ja, das war mein Spaziergang am Samstag vor dem Monat Ramadan. 17800 Schritte sagt mein Schrittzähler, das werde ich wohl im Fastenmonat nicht hinbekommen.

Ich hoffe es hat Euch gefallen, bis bald, görüşürüz!

Wandertag: Von Ilıca nach Evrenköy (und zurück)

Endlich ist es so richtig Frühling geworden hier an der türkischen Riviera. Wir haben einen langen und sehr nassen Winter hinter uns gebracht und die Temperaturen sind auch längst nicht so, wie man es um diese Jahreszeit hier kennt. Aber jetzt ist es gerade sehr angenehm, um sich in der Natur zu bewegen. Ich laufe auch im Winter normalerweise viel, aber in diesem Jahr ging das ja gar nicht, weil es viel zu nass und matschig war.

Aber vergessen wir das und freuen uns an dieser Jahreszeit, bevor die ganz große Hitze kommt! Dann mag man sich nämlich tagsüber kaum bewegen. Ich war heute alleine unterwegs und bin einen Weg gegangen, der hier im Wanderblog des GEM-Dernek beschrieben ist (Weg Nr.1). Der GEM-Dernek ist ein Verein in Manavgat, der Ausländer unterstützt, sich hier in der Türkei zurechtzufinden und der Treffen und Unternehmungen anbietet. Ich verlinke Verein und Blog mal in meine Seitenleiste.

Ich liebe die Beschreibungen im Wanderblog und hab mir das einfach ausgedruckt…Die sind nämlich so in der Art: „Vor der Brücke (ohne Geländer), rechts in den Feldweg abbiegen….“. Ich brauch solche Ansagen, denn mein Hirn streikt bei Aussagen wie sie das Navi gerne macht: „Richtung Norden….“.

So hab ich mich gut zurechtgefunden. Durch das Örtchen Ilıca geht es los ins Dorf Evrenköy, dort kann man das Nomadenmuseum besichtigen und dann geht es durch die Natur- und Kulturlandschaft, durch Obst-, Oliven- und Palmenplantagen wieder zurück nach Ilıca. Nach Ilıca kommt man leicht mit dem Dolmuş. Und es grünt und blüht jetzt, so schön!


Natürlich hab ich wieder Fotos gemacht. Ich hab mir ja in diesem Jahr mal eine ordentliche Kamera zugelegt. Kann sein, dass Profis einiges auszusetzen haben an der Qualität – ich bin nämlich absolute Laiin und hab außerdem echt schlechte Augen, aber im Vergleich zu Handyfotos sehe sogar ich den Unterschied. Leider war die Sicht auf das Gebirge heute nicht so toll – etwas diesig.

Moschee in Ilıca
Babyschildkröte getroffen, 🙂

Im liebevoll gestalteten Nomaden-Museum (Yörük Müzesi) bekommt man einen Eindruck von der nomadischen Kultur, die die Region um Antalya lange Zeit geprägt hat (das war die Phase vor der touristischen Kultur…)

Das Museum hat täglich von 8:30 bis 17:30 geöffnet, der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne genommen. Es gibt eine Führung in türkischer Sprache und eine kleine Broschüre auch in Deutsch.

Die Adresse ist: Evren mah. Küme evleri No. 8 Manavgat/Antalya

Die Telefonnummer lautet: 0242 7476020

Ich bin ungefähr 12 km gelaufen, sagt mein Schrittzähler, der reine Wanderweg dürfte so um die 10 km haben und ist leicht zu bewältigen, mit ein paar Feldwegen eben, also nicht kinderwagenfreundlich. Ich hoffe, mein Bericht hat Euch gefallen und Lust darauf gemacht, die Gegend um Side mal zu erkunden – sprich (das richtet sich an die AI-Touristen) auch mal das Hotel zu verlassen und sich in die Landschaft zu trauen.

Ausflug zum Oymapınar-Staudamm/“Green Canyon“

Am vergangenen Sonntag haben wir einen Ausflug zum Oymapınar-Stausee gemacht. Bootstouren im „Green Canyon“ sind ja bei Touristen sehr beliebt und eine solche steht auch noch auf meiner Wunschliste. Aber auch von oben gibt es wunderschöne Aussichten. Auf einer etwas abenteuerlichen Bergstrecke haben wir die Natur genossen, mit einheimischen Pilzsammlern geplaudert, Plätzchen für sommerliche Übernachtungen im Zelt erkundet und Quellwasser getrunken.

Morgens früh in Side

Nach dem Ausflug am letzten Wochenende bin ich leider krank geworden und hab vier Tage richtig flach gelegen. Gestern war ich dann zum ersten Mal wieder auf, musste aber einiges erledigen. Heute morgen wollte ich dann unbedingt als erstes einen Spaziergang am Meer machen. Also bin ich kurz vor 8 Uhr in den Dolmuş gestiegen und bis „Antik Side“ gefahren und von dort wieder nach Hause spaziert. Ein häufiger Weg, aber so menschenleer ist es selten. Es lohnt sich wirklich, mal früh aufzustehen.

Ein paar Einblicke:

Frühling in Sicht

 

Ähm, ja, heute hatten wir nach wochenlangem Dauerregen und heftigen Unwettern einen richtigen Frühlingstag in Manavgat. Das war nun aber auch der Tag, an dem die Stadtverwaltung Schnee aus den Bergen herankarren ließ, damit die Kinder ihren Spaß haben, :-). Und den hatten sie!

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Für uns sieht das Schneehäufchen ja ein wenig mickrig aus, aber wie man sieht, haben sich darauf zahlreiche Kinder vergnügt. Es gab auch noch Hüpfburgen, kostenloses Kebab vom Grill, die Springbrunnen waren angestellt und alle haben sich amüsiert.

Vielleicht war das der Startschuss für die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, die es hier über´s Jahr kostenfrei gibt? Ich hoffe es. Der Winter war für hiesige Verhältnisse wirklich hart. In den nächsten Monaten dürfte es an zahlreichen Häusern Bauarbeiten geben, um die Wasserschäden zu beseitigen.

Auch in unsere Wände ist Feuchtigkeit gezogen. Das muss erstmal trocknen und dann haben wir wohl einiges an Verputz- und Malerarbeiten zu tun und im Sommer will mein Mann draußen eine Drainage legen. Sonst bildet sich neben unserem Haus ein Burggraben wenn es stark regnet. Hier wird nicht so gebaut, wie bei uns in Deutschland. Immerhin haben wir hier gleich einen Kanal liegen, in den man das Wasser dann leiten kann. Was aber beim Bau niemand genutzt hat. Bestimmt zeig ich Euch Fotos, wenn wir hier loslegen. Vor April wird das aber nichts, erstmal muss es wie gesagt trocknen und dann bin ich ja im März in Deutschland, meine Wohnung dort auflösen und den ganzen bürokratischen Kram, mit Rentenversicherung, Meldestelle, Krankenkasse, Finanzamt, Versicherungen usw. erledigen. Puh.

Am Platz beim Atatürk-Kulturzentrum gibt es übrigens ein barrierefreies Cafe, auch von der Stadtverwaltung eingerichtet:

DSCN0369 (2) Davor ein Set dieser Fitnessgeräte, die an vielen Stellen rumstehen, an denen ich aber fast noch nie jemanden trainieren sah.

Ich hab mich nicht in die Schlange für das kostenlose Essen eingereiht, sondern bin in meinen Lieblingsimbiss gegangen und hab das erste Mal in diesem Jahr draußen sitzend gegessen. Dann mit dem Dolmuş zurück nach Side, bis zur Altstadt und dann bin ich an der Promenade zurück nach Hause gelaufen. Das ist ein sehr häufiger, fast täglicher Spaziergang von mir. In Side wird wieder schwer gebuddelt. U.a. wurde das Hotel Kleopatra abgerissen und die Archäologen sind dort am Werk.

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So sieht jetzt die „Hauptstraße“ in der Altstadt von Side aus. Im Sommer ist da oft kaum ein Durchkommen. Ich mag die Zeit, wenn so langsam wieder mehr Leute unterwegs sind, es aber noch nicht so überfüllt ist.

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Und noch etwas vom Nachhauseweg:

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Das Bilder einstellen ist manchmal mühselig, denn das mit dem Internet ist etwas, das hier nicht so toll ist. Ich hab schon auf dem türkischen Dorf rasanteres Internet erlebt, als in der bayrischen Kleinstadt, aber hier im Tourismusgebiet ist es sonderbarerweise schlechter. Ich hatte erst eines über Satelliten, das gab oft Ausfälle, jetzt seit einem Monat über Kabel von Vodafone. Naja, ausgefallen ist es nicht, aber hat auch nicht das Tempo das es sollte und Uploads gehen nur manchmal. Ich reg mich nicht auf und versuche es ein anderes Mal wieder….da meine Sprachkenntnisse sowieso nicht reichen, um mich bei der Hotline zu beschweren. Wenn ich in den nächsten Tagen meine Rechnung bezahlen gehe, dann werd ich mal ausgedruckte Speedtests mitnehmen und mit meinen Türkischbrocken da verhandeln.

So ist das als Ausländer…..wenn man die Sprache noch nicht richtig kann…An vielen Stellen komme ich mit Deutsch oder Englisch prima durch, aber manchmal eben auch nicht, am Telefon jedenfalls nicht. Leider finde ich Türkischlernen sehr mühselig und komme nur sehr langsam voran. Der Weg ist das Ziel.

Aber das sind kleine Schwierigkeiten im Vergleich zu dem Geschenk, hier leben zu dürfen. Ich mag auch die Winterstürme und bin gerade gestern bei ordentlichem Wind an der Promenade gelaufen und hatte dabei ein Gefühl tiefer Dankbarkeit. Ich mag die Brandung, :-), das Durchweichtwerden allerdings weniger. Ist dann ein bisschen wie Nordsee, nur wärmer. 17 Grad bei Sturm fühlen sich für mich sonderbar an.

So weit für heute mit einem kleinen Einblick in einen meiner glücklichen Tage hier in Side/Manavgat. Bis zum nächsten Blog!