Türkei Ausflug: „Nature Paradise“

Gestern war ich mal „touristisch“ unterwegs, d.h. ich habe mit meiner Freundin, die gerade zu Besuch ist, einen Ausflug über einen der zahlreichen Reiseveranstalter die hier in der Region tätig sind gebucht (und morgen haben wir da auch noch was vor). Wir waren bei (Achtung, unbezahlte Werbung)“Käfer Reisen“ in Colaklı und erhielten dort von Mario eine ausführliche Beratung auf Deutsch, woraufhin wir uns wie gesagt für zwei der vielen angebotenen Ausflüge entschieden haben. Der gestrige hieß „Nature Paradise“ und das ausführende Unternehmen war „Side Activity Travel“.

Begleitet wurden wir von unserem Reiseleiter Yusuf und einem jungen Fotografen, Selçuk, der dann im Anschluss auf Wunsch seine Bilder und Videos ins Hotel oder in meinem Fall nach Hause geliefert hat.

Es war ein Ganztagesausflug mit vielen Stopps, der gut geeignet ist, einen Einblick in die zahlreichen Möglichkeiten und die landschaftliche Schönheit dieser Gegend zu bekommen. Also eher etwas für Gäste, die sich noch nicht so gut auskennen in der Region. Nachdem alle Fahrgäste von ihren Hotels eingesammelt waren, ging es erst einmal zum Wasserfall in Manavgat. Für den Eintritt musste man extra bezahlen (2€), man muss aber natürlich nicht mit hineingehen, sondern kann sich auch in eines der Cafes auf der anderen Straßenseite setzen, oder sich sonstwie beschäftigen:

Nach einem ca. halbstündigen Aufenthalt am Wasserfall ging es zur nächsten Etappe der Reise: die ca. 2200 Jahre alte römische Stadt Seleukia, oder auch Lyrbe. Die Fahrt dahin bietet schon mal einige schöne Anblicke. Die Ausgrabungsstätte ist frei zugänglich, man kann überall in den Ruinen herumstrolchen. Von der Anhöhe aus hat man eine beeindruckende Aussicht.

Die Erklärungen zu der Geschichte der Stadt fielen sehr knapp aus. Es gibt ein paar Infotafeln:

Ich fand die Zeit für die Ausgrabung sehr kurz und werde auf jeden Fall versuchen, noch einmal auf eigene Faust hinzufahren. Im Wanderblog des GEM-Dernek gibt es dazu tolle Hinweise.

Wir hatten übrigens einen für Juli ungewöhnlich trüben und später auch verregneten Tag erwischt, also nicht wundern, wenn auf den Bildern selten die Sonne scheint.

Als nächstes ging es durch die Berglandschaft zu einem Lokal mit toller Aussicht, in dem wir, wenn wir wollten, hausgemachte „Gözleme“ verspeisen konnten (auch 2€).

Man ist ja übrigens nicht alleine unterwegs, es begegnen einem überall andere Tourbusse und Jeeps – und Vorsicht! Es hat wohl Tradition die Gäste der anderen Busse nass zu spritzen. Manche waren nicht nur mit Wasserflaschen, sondern auch mit Wasserpistolen bewaffnet.

Als nächstes besichtigten wir den Oymapinar-Staudamm und warfen ein paar Blicke auf den See und die Umgebung:

Nächste Station: Das „Panorama Lake Restaurant“, ein beliebtes Ausflugsziel auch bei Einheimischen. Hier starteten wir vor dem Mittagessen zu einer ca. einstündigen Bootsfahrt. Das ist keine Fahrt durch den „Green Canyon“, sondern auf dem See! (Green Canyon steht also immer noch auf meiner Wunschliste). Pünktlich zur Abfahrt fing es richtig an zu schütten und ein heftiges Gewitter entlud sich direkt über uns.

Einige Mutige nutzten dann die Schwimmgelegenheit, als das Gewitter abgezogen war.

Im Anschluss an die Bootsfahrt gab es ein leckeres Mittagessen im Panorama Lake Restaurant. Man konnte zwischen Hähnchen und Forelle wählen mit jeweils einem sehr kleinen Salat wählen:

Bald nach dem Essen reisten wir dann auch weiter. Der nächste Programmpunkt gefiel mir überhaupt nicht. Ein kleiner Zoo, der nach Auskunft des Reisebüros eigentlich wegen nicht artgerechter Haltung aus dem Programm genommen sein sollte. Wir waren trotzdem da und ich fand es fast nur traurig. Vereinsamte Rudeltiere, kein Auslauf für Straußen usw. Die Schweinchen wirkten ganz zufrieden, aber sonst fand ich es schrecklich. Nur: geht man nicht hinein, wird auch kein Futtergeld eingenommen. Was ist da nun richtig?

Vorletzter Punkt unseres Ausfluges: Ein Besuch in einem „Orangengarten“. Da ist gerade nicht viel orange, sondern eher grün, aber schön anzuschauen war es:

Und dann ging es zurück nach Manavgat, zum letzten Programmpunkt: der Besichtigung der „Külliye Moschee“, das ist die große neue Moschee mit den vier Minaretten. Sie wurde, so hat man uns berichtet, von den Geschäftsleuten und Hotelliers der Stadt gestiftet. Ich hab kein richtiges Bild von außen, die Moschee hat aber eine FB-Seite.

Vor der Moschee gab es ein paar Erklärungen für die Nichtmuslime unter den Fahrgästen. Ich bin sehr stolz, dass meine Freundin als Islamwissenschaftlerin und in Berlin als Islamlehrerin Tätige da einiges beitragen konnte:

So und das war es dann – nach dem Moscheebesuch wurden die Fahrgäste wieder auf ihre Unterkünfte verteilt. Mein Fazit des Tages: das war eine schöne Tagestour mit vielen Eindrücken gerade für Neulinge in der Gegend. Da ich einiges schon kannte und außerdem gerne länger und in Ruhe verweile, ist das für mich nur bedingt geeignet, meiner Freundin hat es sehr gefallen, weil sie das Umfeld und die Landschaft hier noch nicht so kennt. Was mich wirklich anfangs gestört hat, war die sehr laute Musik im Bus – aber da alle anderen daran anscheinend Spaß hatten, bin ich vielleicht auch nur sehr empfindlich. Ich würde lieber ohne Geräuschkulisse die Landschaft während der Fahrt auf mich wirken lassen. Entweder hatte ich dann später schon einen Hörschaden, oder die Lautstärke war reduziert, ich fand es dann erträglicher. Die Reiseleitung war in Ordnung, guter Laune, hatte alle im Blick – mir hätten ausführlichere Erklärungen noch besser gefallen. Meine Freundin hat sehr genossen, dass sie mit ihm, aber auch mit dem Bootskapitän, unserem Fotografen Selçuk und anderen die Gelegenheit zu ausführlicheren Gesprächen hatte. Ich hab davon natürlich wieder nur Brocken verstanden, aber ein paar Einblicke die sie mit mir geteilt hat, waren sehr interessant. Wer also sich zu fragen traut, dem erzählen die Einheimischen gerne mehr über ihr persönliches Leben, Geschichte und Kultur der Region.

Das Reisebüro kann ich nur loben. Die Beratung für den Ausflug im Vorfeld war gut, wir haben bekommen, was versprochen wurde und mehr. Vor allem sind wir nicht mit irgendwelchen Verkaufsveranstaltungen genervt worden, die nur Zeit kosten. Das ist nicht bei jedem Veranstalter so.

Unser Fotograf Selçuk

Info zu den Bildern: diese stammen zum größten Teil von mir, einige von meiner Freundin und Selçuk, die mir erlaubt haben, sie zu verwenden ohne sie extra zu kennzeichnen.

Sonntagsausflug: Goldwiegehöhle, Knopfhäuser und Seidenstraße

Merhaba, da bin ich wieder mit einem weiteren Bericht über einen der sonntäglichen Ausflüge, die ich hier die Gelegenheit habe, mitzumachen. Ich möchte vorweg noch mal erwähnen, dass es sich nicht um Ausflüge eines touristischen Veranstalters handelt, sondern dass ich die Gelegenheit nutze, mit dem Kultur- und Sportverein MADOKS ( hier ein paar Eindrücke spektakulärerer Aktivitäten als ich mitmache) zu reisen. Das ist dann jeweils eine Gruppe aus türkischen Mitgliedern, die auf ihren Restplätzen freundlicherweise Mitglieder des GEM-Dernek mitnehmen. Die Ausflugsziele werden aber oft auch von den touristischen Veranstaltern hier in Side und umzu angeboten, oder sind sehenswert, um sie auf eigene Faust zu erkunden.

Gestern ging es in das Dorf Sarihacılar, in der Nähe von Akseki, dann zum Mittagessen und einer weiteren Dorfführung nach Ormana und dann in die „Goldwiegehöhle“ die ein bekanntes Ausflugsziel aller Veranstalter hier ist.

Sarihacılar ist ein 800-900 Jahre altes Dörfchen, an der alten Seidenstraße gelegen, mit beeindruckenden Aussichten und vielen, mehr oder weniger gut erhaltenen Knopfhäusern (einer traditionellen Bauweise, erinnert mich an unser Fachwerk) und einer alten Moschee. Wir bekamen eine Führung von einem jungen Nachwuchs-Fremdenführer, der das sehr gut und ausführlich gemacht hat. Da es sich wie gesagt, um keinen Touristenausflug handelt, bin ich froh, wenn ich 10% von dem Erzählten verstehe.

Man kann aber kaum anders, also die Phantasie spielen zu lassen, wie es wohl gewesen sein mag, auf der Seidenstraße zu reisen (und wie es auch gewesen sein mag, diese überhaupt mit den damaligen Mitteln anzulegen, denn jedenfalls dort vor Ort ist sie mit Feldsteinen gepflastert.

Hier einige meiner Bilder aus Sarihacılar :

Hier ein paar Eindrücke von der Moschee:

Und hier von den Häusern und der Umgebung:

In Ormana haben wir gut zu Mittag gespeist und dann auch noch eine ausgiebige Führung mit vielen Informationen über die Bau- und Lebensweise in der osmanischen Zeit erhalten:

Anschließend ging es dann in die „Goldwiegehöhle“ (Altın Besik Mağarası). Die Straße dorthin wurde gerade ausgebaut, ist aber immer noch abenteuerlich zu fahren. Das Spannende an der Höhle ist, dass man den Höhlensee mit einem Schlauchboot befährt, aber leider fahren die Boote nur noch 150 m hinein, so dass man die spektakulärsten Teile der Tropfsteinhöhle gar nicht mehr zu Gesicht bekommt, das sollte man wissen. Es gibt dort eine einsturzgefährdete natürliche Brücke, unter der es zu gefährlich ist, hindurchzufahren.

Soweit für heute, ich hoffe Ihr habt einen kleinen Eindruck von der Gegend bekommen und Lust, sie ebenfalls zu erkunden!

Die Türkei hat einfach alles: Provence, Malediven und Italien an einem Tag!

Am letzten Mittwoch bin ich nach zwei Wochen „Heimaturlaub“ zurück nach Side gekommen. Die Zeit in Deutschland war nicht besonders gelungen, ich bin nämlich am ersten Abend schon sehr krank geworden mit hohem Fieber, so dass ich mich durch die Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag meiner Mutter nur durchgequält habe und den Rest der Zeit eigentlich nur rumgelegen habe. Eine Lungenentzündung hatte mich erwischt, woher auch immer die kam. Nun, mit Antibiotika und der Rückkehr an mein Meer ging es mir dann wieder besser. So hab ich mich gestern dem Ausflug in die Lavendelfelder nahe Burdur und zum Salda-See angeschlossen. Das war ein langer Tag, aber es war in den Bergen angenehm kühl und die Landschaft wie immer schön anzuschauen.

Hier in der Türkei gibt es alles in einem: Provence (Lavendelfelder), Malediven (Salda-See) und Italien (superleckeres Eis in Korkuteli). Bei den Lavendelfeldern gibt es überall kleine Märkte in denen man von Lavendelkränzen, über Lavendelduftwasser bis zu Lavendeleis und -kaffee alles bekommen kann, dazu sind überall ein paar nette Dekorationen für Fotos aufgebaut. Nach dem Besuch der Felder hat sich der Busfahrer erstmal dank diverser Straßensperrungen wegen Baustellen verfranst, so dasss wir für die ca. 30 km zum See lange gebraucht haben, dafür haben wir eine ausgiebig Dörfertour genossen. Am Salda-See, den man wegen seiner Farbe die „türkischen Malediven“ nennt, waren wir am öffentlichen Strand von Yeşilova. Dort gibt es einige Restaurants und wir haben erstmal zu Mittag gegessen. Der See selber ist schon besonders: im flachen Bereich ist das Wasser durch hohen Magnesiumgehalt milchig weiß und weiter draußen dann von einem hellen bis tiefen Blau. Der Kratersee soll bis 196 m tief sein!

Der Strand ist aus feinem weißen Kies, leider gibt es weder Sonnenschirme noch Liegen zu mieten. Ich kann nichts dazu sagen, wie es an anderen Stränden des Sees aussieht. Nach einer guten Stunde Aufenthalt mussten wir schon weiter und fuhren mit einer Pause in einer super Eisdiele in Korkuteli (2 Kugeln kosteten mich ca. 80 Euro-Cent) über Antalya wieder zurück. Um 20:30 war ich dann zu Hause.

Das war wieder ein gelungener Ausflug. Mein Fazit ist allerdings: wer mehr als nur einen kleinen Eindruck vom Salda-See, den Lavendelfeldern und der Umgebung von Burdur haben will, sollte lieber mindestens eine Übernachtung einplanen. Für einen Tagesausflug aus der Umgebung von Side ist das ein ziemliches Pensum. Schön, um es mal gesehen zu haben, aber wer es richtig genießen will, braucht mehr Zeit.

Ausflug nach Alanya

Am vergangenen Sonntag war ich mit meinem Mann in Alanya. Es ist 19 Jahre her, dass ich dort zuletzt gewesen bin und damals war es ein stürmischer Wintertag. Dieses Mal hatten wir herrliches Frühlingswetter und tolle Aussichten.

Wir waren mit dem Auto dort und sind auch damit bis zur Burg hochgefahren, man kann natürlich auch laufen oder die neue Seilbahn (Alanya Teleferik) nehmen. Die ist aber glaub ich ziemlich teuer, leider öffnet sich die Preisliste auf der Homepage gerade nicht, aber da könnt Ihr ja selber noch mal nachgucken. Von der Seilbahn-Seite hab ich auch diesen Burgplan stibitzt:

Hier findet Ihr in einem Reiseblog einen kleinen geschichtlichen Überblick zu Alanya und der Burg.

Als Stadt gefällt mir ja Antalya besser. Das ist ein ganz persönlicher Eindruck, in Antalya hab ich mich schon bei meiner allerersten Reise in die Türkei verliebt, aber die Burg von Alanya und die Aussicht dort sind natürlich was Besonderes. Hier ein paar Bilder:

Wer hier hinaufklettert….
wird mit diesem Ausblick belohnt!
Byzantinische Kirche in der Burg von Alanya

Im Hafen von Alanya liegen überwiegend Boote für Angelfahrten und Ausflugsschiffe. Diese haben im Gegensatz zu Side/Manavgat, wo man auf „Piraten“ setzt, eher einen „Wikinger“-Bezug, *lol*. Vielleicht sind in Alanya mehr skandinavische Gäste unterwegs?

Eine gute Idee der Stadtverwaltung Alanya gegen Abzocke: Wasserautomat mit Wasser für 1 TL:


Und zu guter Letzt ein paar Frühlingsblumen:

Sind das eine Art Mittagsblumen? Ich weiß es nicht.

So das war es für heute. Ich hoffe ich habe Euch Lust auf einen Ausflug nach Alanya gemacht. Herzliche Grüße aus der Türkei!